saeckpipa 2 spielpfeifenSäckpipa mit zwei Spielpfeifen (und Gummiringen)
von oben nach unten:
Bordun, E/A, D/G
Meine Säckpipa von Thorsten Tetz habe ich seit Anfang 2014. Das Instrument ist aus Zwetschgenholz mit Zierringen aus Buchsbaum.

Das Instrument steht in E/A, der Standart-Tonart dieser Instrumente. Das bedeutet, ich habe einen Tonumfang von e' bis e'' plus einem Ton darunter (d'). Ein Ton darüber (f'') ist durch Druckerhöhung herstellbar. Der Bordun steht in e', ist aber auf d' umstimmbar. Die spielbaren Tonarten sind A-Dur und a-moll sowie „Skandinavisch-Moll“, eine Skala in A-Dur mit fis und cis, aber mit der Mollterz c. Sie macht für mich den besonderen Reiz der skandinavischen Musik aus – melancholisch und zugleich schillernd wie das Nordlicht.

Die verschiedenen Tonarten werden voreingestellt. Das Instrument hat Doppelbohrungen zum Beispiel für c' und cis', die allerdings seltenst beide in einem Stück vorkommen. Ursprünglich wurde das cis-Loch mit Wachs verschlossen, wenn in einem Stück nur das c' nötig war. Das Wachs musste natürlich wieder aus dem Loch herausgeholt werden, wenn das cis' benötigt wurde, was nicht immer restlos gelang.

Heute benutzen praktisch alle Säckpipaspieler Gummiringe aus dünnen Rennrad-Schläuchen, um Löcher schnell abdichten oder öffnen zu können. Man kann die Gummiringe auf dem nebenstehend Bild gut als schwarze Streifen auf den Spielpfeifen sehen. Auch das Umstimmloch am Bordun (von E nach D) verschließe ich mit einem Gummiring.

Ausgestattet ist meine Spielpfeife in E/A mit einem Naturrohrblatt aus Arundo donax. Das ist etwas anfälliger für Feutigkeit und Temperaturschwankungen, klingt dafür aber sehr schön. Ich habe allerdings auch noch eine Spielpfeife in E/A mit Kunststoffrohrblatt, wenn die Witterung mal allzusehr gegen mich und das Naturrohrblatt sein sollte.

Zusätzlich zur Spielpfeife in E/A habe ich noch eine Spielpfeife in D/G, also einen Ganzton tiefer. Ihr Tonumfang reicht von d' bis d'' mit einem Ton darunter (c'). Durch die spielbaren Tonarten G-Dur und g-moll (mit dem Bordun in d') ist es mit möglich, auch mit Schäferpfeifen, Akkordeons in G/C und solchen Instrumenten zusammenzuspielen, für die A-Dur eine ungünstige oder unspielbare Tonart ist.

Besonderheiten

Design

Die Säckpipas von Thorsten Tetz sind im Grundaufbau sehr traditionell. Die größte Besonderheit für mich ist das sehr organische Design der Spielpfeife. Bei vielen Säckpipa-Spielfeifen sind die Griffmulden für die Finger, die diesem Instrument eigen sind, sehr schlich ausgefräst. Bei Thorstens Instrumenten sind alle Formen abgerundet. Die Spielpfeife erinnert an einen geschwungenen Ast oder an die Formen des Designers Colani. Dadurch sieht sie nicht nur schick aus, sie liegt auch sehr angenehm in der Hand. Und ein Instrument, das man gerne in die Hand nimmt, wird auch viel gespielt.

Wechselstock

Dank des Wechselstocks, in den die Windkapsel der Spielpfeife eingesteckt wird, ist es möglich, die verschiedenen Spielpfeifen schnell zu wechseln, ohne Gefahr zu laufen, dass das Rohrblatt Schaden nimmt. Ursprünglich war die WIndkapsel in den Ledersack eingebunden und die Spielpfeifen mit offenliegendem Rohrblatt wurden in die Windkapsel gesteckt. Mit einer unachtsamen Bewegung war dann schnell das Rohrblatt hinüber.

Die Windkapsel, die an der Spielpfeife verbleibt, schützt das Rohrblatt auch bei Transport und Aufbewahrung.

Feuchtigkeitsregulierung

Mir war es vorher nie bewußt, aber anscheinend habe ich eine recht feuchte Atemluft. Das ist im Alltag kein Problem. Bei einem Instrument mit Naturrohrblatt kann es das aber werden. Das Rohrblatt saugt die Feuchtigkeit auf, wird schwerer, dadurch tiefer – und manchmal bleibt der Rohrblatt-Spalt dann einfach zu. Meine derzeitige Lösung ist ein einfacher Kunststoffschlauch, der das Anblasrohr im Sack verlängert. So sammlt sich die Feuchtigkeit am vom Rohrblatt weitest entfernten Punkt und kann vom atmungsaktiven Leder abtransportiert werden, bevor das Rohrblatt zu feucht wird. Die Idee stammt von der Seite von Olle Gällmo, auf der er diese einfache Lösung beschreibt. Thorsten Tetz hat diese Idee inzwischen weiterentwickelt und sobald meine Säckpipa zur nächsten Wartung in seine Werkstatt geht, werde ich mir seine „Feuchtigkeitsregulierung 2.0“ einbauen lassen.

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Jan Kristof Schliep

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saeckpipa strand

 dudelsack 10

 Säckpipa am Strand von Zeeland