dudel marienburg turmSchäferpfeife von Matthias Branschke
auf dem Turm von Schloss Marienburg bei Hannover
Meine Schäferpfeife von Matthias Branschke habe ich seit Ende 2014. Zuvor hatte ich ein Schulistrument vom selben Hersteller, sozusagen als Überbrückung der Wartezeit. Denn die Instrumente sind – wie auch alle anderen Dudelsäcke in meinem Besitz – aufwendig und mit vielen Details komplett von Hand gefertigt. Und das braucht seine Zeit.

Das Instrument ist aus Zwetschgenholz. Zierringe und Kreisaugenverzierungen sind aus Grenadill und Buchs. Die Rohrblätter sind aus Kunststoff. Dadurch sind das Instrument und seine Intonation sehr stabil und witterungsunabhängiger.

Das Instrument steht in G/C. Die Spielpfeife hat einen Tonumfang von g' bis g'' plus einem Ton darunter (f') und noch drei Töne darüber durch überblasen (a'' - h'' - c'''). So ergibt sich einen Tonumfang von 1½ Oktaven von f' bis c''', dank des Klappensystems mit allen dazwischenliegenden Halbtönen. Mit den beiden Bordunen in G und g stehen mir die Tonarten G-Dur, g-moll, C-Dur, c-moll sowie diverse auf G und C aufbauende Kirchentonarten zur Verfügung. Andere Tonarten sind spiebar, würden sich aber zu den Borduntönen falsch anhören.

Besonderheiten

Design

Das Design der Instrumente von Matthias Branschke ist gleichzeitig traditionell und modern.

Die eingelegten Kreisaugenverzierungen sind inspiriert von der „Wiener Sackpfeife“. Die sog. „Wiener Sackpfeife“ ist der einzig bekannte erhaltene Dudelsack aus der Frühen Neuzeit, der dem Typ der „Schäferpfeife“ entspricht. Das Instrument befindet sich im Besitz der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und ist dort im Kunsthistorischen Museum ausgestellt.

branschke kinderstubeDie „Kinderstube“ meines Instrumentes - zusammen mit seinen Geschwistern
Foto: Matthias Branschke
Die Wellenform an den Bordunzügen sind sehr dezent und trotzdem ein Hingucker und eindeutig erkennbares „Branschke“-Design. Zusammen mit den Kreisaugenverzierungen kann man schon von weitem erkennen, aus wessen Werkstatt das Instrument stammt.

„Flämische“ Borduneinbindung

Die Bordune sind auf meinen Wunsch hin nicht wie bei den meisten Schäferpfeifen nach hinten gerichtet sondern weisen nach vorn. Das ist die Bordunrichtung, die für die flämisch-niederländischen Dudelsäcke überliefert ist. Auf den Gemälden von Pieter Bruegel dem Ältere sind regelmäßig Dudelsäcke in dieser Bauweise abgebildet. Ich sehe die Vorteil darin, dass die Bordune präsenter für den Zuhörer sind und ich sehe, wohin ich mit den recht langen Pfeifen gehe. Ich stoße weniger an oder schlage hinter mir stehende Personen. Dazu kommt meine Affinität zu den „Niederen Landen“.

Klappensystem

klappenbranschkeKlappensystem für f' - fis' - gis'Matthias Branschke baut ein von der Querflöte entlehntes Klappensystem, mit dem ich als früherer Querflötist auf Anhieb sehr gut zurechtgekommen bin. Es ermöglicht mir, die zwei ohne Klappen nicht oder nur mühsam spielbaren Halbtöne fis' und gis' zu spielen. Die Klappen sind platiniert.

Wechselstock

Dank des Wechselstocks, in den die Windkapsel der Spielpfeife eingesteckt wird, ist es möglich, Spielpfeifen schnell abzukoppeln oder zu wechseln, ohne Gefahr zu laufen, dass das Rohrblatt Schaden nimmt. Ursprünglich war die Windkapsel in den Ledersack eingebunden und die Spielpfeifen mit offenliegendem Rohrblatt wurden in die Windkapsel gesteckt. Mit einer unachtsamen Bewegung war dann schnell das Rohrblatt hinüber.

Die Windkapsel, die an der Spielpfeife verbleibt, schützt das Rohrblatt auch bei Transport und Aufbewahrung.

Stopkey

Der Stopkey unterbricht die Luftzufuhr zur Spielpfeife. Ganz kurze Pausen sind damit zwar nicht spielbar, weil das Rohrblatt immer eine kleine Anlaufphase hat, aber ich kann das Spiel unterbrechen, ohne dass die Bordune stoppen. Und ich kann die Spielpfeife „ausschalten“, um die Bordune in Ruhe zueinander stimmen zu können. Der Stopkey wird mit dem unteren Fingerglied des Zeigefingers der linken Hand bedient.

Bordundeckel

Die Bordune sind oben nicht einfach offen, sondern haben einen Deckel mit einem relativ kleinen Loch in der Mitte. Der Sound der Bordunpfeife wird dadurch runder, weniger obentonreich, aber nur unwesentlich leiser. Disharmonische, hohe Obertöne, die den Sound leicht „schreiend“ klingen lassen, werden herausgefiltert. In Kombination mit den in ihrer Form an eine Tulpen erinnernden Bordunabschlüsse sind die Bordune sehr weich im Klang und doch präsent im Raum.

 

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Jan Kristof Schliep

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E-Mail:

www.jankristofschliep.com

KvK nr.: 69675155

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Schäferpfeife aus der Werkstatt von Matthias Branschke
Aufgenommen auf Schloss Marienburg bei Hannover